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18
Feb 10

Blogs in Deutschen Printmedien – Zeitverlauf und archäologische Notizen

Ein erstes, eher profanes, wissenschaftlich anspruchsloses, dennoch interessantes Ergebnis. Die Nennung von Blogs (genauer: siehe unten) in Deutschen Meinungsführer-Printmedien.

Es wurde recherchiert in: taz, Süddeutsche Zeitung, Welt & Welt am Sonntag, Der Spiegel, Focus, ZEIT – alle über Lexis-Nexis sowie FAZ und FAS über das FAZ-Archiv.

Gesucht wurde nach:

blog ODER blogs ODER weblog ODER weblogs ODER blogosphäre ODER blogger ODER Internet-Tagebuch

Da scheint mir doch für die weitere Analyse der Inhalte eine Stichprobe sinnvoll…

Die Werte sind sicher auch nicht sonderlich spektakulär; überrascht hat mich jedoch der starke Anstieg von 2008 auf 2009, nachdem ich davon ausgegangen bin, dass sich bis dahin alle Journalisten am medialen Phänomen abgearbeitet hatten. Hypothese: Blogs werden in jüngster Zeit nicht mehr als mediales Phänomen thematisiert, sondern ganz selbstverständlich als Quelle genannt. Wir werden sehen…

Ein Wort noch zu den verschwindend geringen Werten bis 2002: Bis ins Jahre 2000 basieren sämtliche Treffer auf dem Suchbegriff “Internet-Tagebuch”, was kein Wunder ist, da der Begriff “Weblog” erstmals im Jahre 1997 benutzt wurde. In den meisten dieser frühen Artikel geht es um Rainald Goetz’ “Abfall für alle”.

Der erste Artikel aus oben genannter Datenbasis, in dem der Begriff “Weblog” benutzt wird, wurde von Harald Staun verfasst und erschien in der Süddeutschen Zeitung vom 30. November 2000. Es geht darin keineswegs um Nine-Eleven oder andere Ereignisse, die gemeinhin als Initialzündung für Blogs gesehen werden, sondern um die Konstruktion von Medienimages. Interessanterweise beinhaltet Stauns Text bereits den leicht ironisch-herablassenden Skeptizismus, der in den folgenden Jahren für so manchen Zwist zwischen Blogosphäre und traditionellem Journalismus sorgen wird:

Ob die Wirklichkeit ueberhaupt noch jemanden interessiert ist dabei mindestens so ungewiss wie die Frage, wo sie denn zu finden sei. Andersens Kritik* der Medienkritik ist naemlich natuerlich eher noch einen Schritt weiter entfernt von den “echten” Problemen der Gesellschaft als diese selbst. Es ist ja fast schon eine banale Erkenntnis, dass sich Texte immer nur auf andere Texte beziehen, dass Medien nur ueber sich selbst berichten. Schon lange vor Big-Brother klagte Michel de Montaigne: “Es gibt mehr Buecher ueber Buecher als ueber irgend einen anderen Gegenstand. Wir tun nichts anderes, als uns gegenseitig mit Anmerkungen zu versehen. ” Natuerlich offenbart sich das Wesen des Kommentars, das jeder Text beinhaltet, am besten im Internet. In der Form der so genannten Weblogs, einer Art digitaler Tagebuecher, die Artikel und andere Weisheiten kommentieren und verlinken, ist diese Praxis am deutlichsten zu erkennen.

*Staun bezieht sich auf einen leider nicht mehr auffindbaren Beitrag des Medienwissenschaftlers Robin Andersen für mediachannel.org. Heute ist Media Channel 2.0 ein Konglomerat aus kollaborativem Blog und Social Network.


3
Jul 09

“Der Verleger Hubert Burda bezeichnete gestern in der FAZ die Presse als “vierte Gewalt”…”

“Der Verleger Hubert Burda bezeichnete gestern in der FAZ die Presse als “vierte Gewalt” und behauptete, sie sei unverzichtbar für die Demokratie. Das ist Unsinn. In Sachen Berichterstattung über das Internet ist die Presse weithin keine vierte Gewalt mehr, sondern ein Lobbyist, der sich unter dem Deckmantel des Journalismus dem Staat andient.”

- Perlentaucher - Im Ententeich - Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz

20
Jun 09

“Ich hoffe allerdings nicht, dass zwangspolitisierte deutsche Blogger erst von ausländischen Medien…”

“Ich hoffe allerdings nicht, dass zwangspolitisierte deutsche Blogger erst von ausländischen Medien als Online-Dissidenten im Kampf mit deutschen Zensurgesetzen gefeiert werden müssen, bevor die Schizophrenie hierzulande ein Ende hat. Die fundierte und seriöse Kritik vieler Blogger an den Netzsperren sollte eigentlich längst ausreichen, um ihre pauschalen Abwertung jeglichen Boden zu entziehen.”

- dnews.de/meta.media | Gute Blogger - böse Blogger

31
Mrz 09

Generation “kostenlos”?

Journalisten, die nichts vom Internet oder ihrer eigenen Situation darin (oder ökonomischen Grundlagen allgemein) verstehen, beeinflussen den öffentlichen Diskurs, auf dessen Grundlage Politiker mit genauso wenig Sachverstand und unter zusätzlicher Bearbeitung von Lobbyisten eine immer weltfremdere, von der eigenen Bevölkerung entfernte Gesetzgebung betreiben.

Marcel Weiss auf netzwertig.com

Ergänzt gehören noch: Medienwissenschaftler.